Dominicus Gundisalvi

Dominicus Gundisalvi, latinisiert Dominicus Gundissalinus (spanisch Domínico Gundisalvo oder Domingo Gundisalvo; auch Gundisalvus, Domingo Gonzales, Gundisalvi von Toledo; * um 1110; † nach 1181), war Archidiakon von Cuéllar (bei Segovia) und gilt mit Gerhard von Cremona als der relevanteste Vertreter der Übersetzerschule von Toledo, in der im 12. Jahrhundert unter dem Mäzenat des Erzbischofs Raimund von Toledo zahlreiche Werke arabisch-hebräischer Denker ins Lateinische übersetzt wurden. Ab etwa 1140 übersetzte er gemeinsam mit Johannes Hispalensis (und dem evtl. identischen Abraham ibn Daud) nahezu zwanzig Werke aus dem Arabischen.

Unter den zahlreichen Übersetzern aristotelischer Werke des 12. und 13. Jahrhunderts sticht Gundisalvi aufgrund der Tatsache hervor, dass er die Bearbeitung dieser Texte bereits in eigenständige Überlegungen einfließen ließ. Auf dem Hintergrund der Systematik der Werke des Aristoteles schlug Gundisalvi in seinem Werk ''De divisione philosophiae ''(ca. 1145) die Unterscheidung zwischen Theologie als ''divina scientia'' und Philosophie als ''humana scientia'' vor. Letztere teilt sich in propädeutische Wissenschaften (Grammatik, Poetik, Rhetorik), Logik und Philosophie im engeren Sinne auf. Diese ist wiederum untergliedert in eine theoretische und eine praktische Philosophie. Konsequenz dieser Neueinteilung war, dass die ''septem artes liberales'', die bis dahin die Inhalte des mittelalterlichen Studiums geprägt hatten, ihre Eigenständigkeit verloren.
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