Annemarie Horschitz-Horst

Annemarie Hulda Julie Horschitz-Horst, geborene ''Rosenthal'', (* 22. September 1899 in Berlin; † Juli 1970 bei Wien) war eine jüdische deutsche Übersetzerin.

Sie heiratete 1921 in Berlin Walter Horschitz-Horst, mit dem sie eine Tochter hatte und von dem sie sich später scheiden ließ. Angesichts des Aufstiegs der antisemitischen NSDAP emigrierte sie 1933 nach London.

Annemarie Horschitz-Horst wurde als deutsche Übersetzerin Ernest Hemingways bekannt. Sie war die einzige vom Autor autorisierte Übersetzerin seiner Werke ins Deutsche. Der Rowohlt-Verlag veröffentlichte erstmals 1928 ihre Übertragung von Hemingways ''Fiesta''.

Ihre Übersetzungen waren jedoch in der Fachwelt umstritten. So wurde noch zu Lebzeiten bei Hemingway angefragt, ob er einer anderen zustimmen würde. Da der Verkauf seiner Bücher im deutschsprachigen Raum sehr erfolgreich war, sah dieser keinen Grund dafür. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki thematisierte 1965 auf einem Übersetzer-Fachkongress Horschitz-Horsts Verantwortung für die Rezeption Hemingways im deutschsprachigen Raum mit der Frage: „Hemingway hat auf eine Generation deutscher Schriftsteller einen stilbildenden Einfluss ausgeübt. Wer hat ihn in Wirklichkeit ausgeübt – Hemingway oder seine deutsche Übersetzerin Annemarie Horschitz-Horst?“

Im Jahr 2012 gab der Rowohlt-Verlag Hemingways Novelle ''Der alte Mann und das Meer'' in einer Neuübersetzung von Werner Schmitz heraus.
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