Harry Graf Kessler

Graf von Kessler, allgemein bekannt als ''Harry Graf Kessler'' (* 23. Mai 1868 in Paris; † 30. November 1937 in Lyon) war ein in Frankreich und England aufgewachsener deutscher Kunstsammler, Mäzen, Schriftsteller, Publizist, Pazifist und Diplomat. Seine vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus über 57 Jahre sich erstreckenden Tagebücher (von 1880 bis 1937) sind bedeutende Zeitzeugnisse.

In der Ära des Wilhelminismus trat Kessler als Förderer der Berliner Sezession und Mitbegründer des Deutschen Künstlerbunds hervor. Von kurzen Episoden während und nach dem Ersten Weltkrieg abgesehen, blieben seine Ambitionen im diplomatischen Dienst unerfüllt. In der Novemberrevolution suchte Kessler die Nähe einflussreicher Unabhängiger Sozialdemokraten und erwarb sich den Beinamen „der rote Graf“, wurde aber Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei und im Laufe der 1920er Jahre zu einem bekennenden Anhänger der Weimarer Republik.

Kesslers Alternativkonzept zum Völkerbund wurde vor allem von Friedensbewegten breit unterstützt und ließ ihn zu einem führenden Repräsentanten des organisierten Pazifismus werden. Die preisgekrönten Erzeugnisse der Weimarer Cranach-Presse gehören zum künstlerisch...
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