Joachim Marcinek

Joachim Marcinek (* 1. Oktober 1931 in Schwirz, Provinz Niederschlesien; † 22. Januar 2019) war ein deutscher Geograph und Professor für Landeskunde Deutschlands.

Joachim Marcinek erlangte internationale Bekanntheit durch seine herausragende Rolle auf dem Gebiet der Eiszeitforschung sowie als Autor von Lehrbüchern und populärwissenschaftlicher Literatur zur Geomorphologie, Hydrologie, Raumplanung, Landeskunde und Wissenschaftsgeschichte.

Joachim Marcinek wirkte seit 1956 ununterbrochen am Geographischen Institut (früher Sektion Geographie) der Humboldt-Universität zu Berlin. Als Schüler von Fritz Haefke wurde er 1960 promoviert und habilitierte sich 1964. Parallel dazu lehrte er als Assistent, Oberassistent und Dozent in der Abteilung Physische Geographie. Gleichzeitig sorgte er als Urania-Referent für die populärwissenschaftliche Verbreitung von geographischem Fachwissen.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wählte ihn die Berliner Geographie 1990 zum Gründungsdekan des wiedereröffneten Traditionsinstitutes von Albrecht Penck und Ferdinand von Richthofen. In dieser Funktion nahm Joachim Marcinek bis 1995 entscheidenden Einfluss auf die Neuausrichtung der Berliner Geographie. Nach seiner Emeritierung 1996 widmete er sich vor allem der Herausgabe von regionalgeographischer und landeskundlicher Literatur sowie dem Wissenstransfer in die gewässerökologische Praxis. Hier begleitete er das von seinem Schüler Olaf Mietz gegründete Institut für Angewandte Gewässerökologie GmbH in Seddin (bei Potsdam) als Vorstandsmitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Projekten. Dessen Unternehmensbereiche „Angewandte Forschung“ und „Gewässerökologische Dienstleistungen“ befassen sich hauptsächlich mit Problemen der Ökologie von Seen und Fließgewässern sowie angrenzender Fachgebiete.
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