Franz Schultheis

Franz Schultheis (* 1953 in Bendorf) ist ein deutscher Soziologe. Er lehrt als Professor an der Universität St. Gallen.

Schultheis studierte an der Universität Freiburg und an der Universität Nancy II, er wurde an der Universität Konstanz promoviert, wo er von 1989 bis 1992 Wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent war. Gleichzeitig begann in Paris seine langjährige Zusammenarbeit mit Pierre Bourdieu. Seit 1993 übernahm Schultheis an verschiedenen Pariser Universitäten, darunter auch an der Sorbonne, Vertretungsprofessuren und Lehraufträge. 1994 habilitierte er sich bei Bourdieu an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS). Von 1994 bis 1998 war er Assistenz-Professor an der Universität Genf, es folgten sechs Monate als Gastforscher an der Universität Montreal. 1999 wurde Schultheis Professor für Wirtschaftssoziologie an der Universität Neuenburg, 2003 folgte er einem Ruf auf einen Lehrstuhl für Sozialstrukturanalyse an der Universität Genf und ist seit 2007 Professor für Soziologie an der Universität St. Gallen.

Schultheis war im deutschen Sprachraum maßgeblich an der Verbreitung der bourdieu’schen Soziologie beteiligt. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er als Herausgeber des Buches ''„Gesellschaft mit begrenzter Haftung. Zumutungen und Leiden im deutschen Alltag“'' (2005) bekannt, das sich methodisch an die von Bourdieu herausgegebene Studie ''„La misère du monde“'' (deutsch: ''Das Elend der Welt'', 1997) lehnte.
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