Albert Wirz

Albert Wirz (* 13. Januar 1944 in Meilen; † 7. Mai 2003 in Männedorf) war ein Schweizer Historiker.

Albert Wirz studierte von 1963 bis 1969 Geschichte sowie russische Sprache und Literatur an der Universität Zürich. Er wurde 1972 dort mit einer Arbeit über die Wirtschaftsgeschichte Kameruns vor dem Ersten Weltkrieg promoviert. Seine Habilitation erfolgte in Zürich 1982 über ''Krieg in Afrika''. In Zürich war er Oberassistent von Rudolf von Albertini. Durch den schwierigen Arbeitsmarkt für Afrikahistoriker wechselte er in den Journalismus. Von 1985 bis 1991 war Wirz für den Tages-Anzeiger in der Schweiz tätig und davon die letzten drei Jahre als Chefredakteur. Anschließend folgte ein Forschungsaufenthalt am Center for European Studies der Stanford University. In Basel übernahm er einen Lehrauftrag. Wirz lehrte von 1993 bis 2003 als Professor für Afrikanische Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1994 bis 1996 war er Geschäftsführender Direktor des Instituts für Asien- und Afrikawissenschaften.

In seiner wirtschaftsgeschichtlichen Dissertation berücksichtigte er die Perspektive der Kolonisierenden und Kolonisierten, und zwar bevor dies zwei Jahrzehnte später von der Geschichtswissenschaft eingefordert wurde. Das 1984 veröffentlichte Buch ''Sklaverei und kapitalistisches Weltsystem'' bot erstmals eine deutschsprachige Synthese zum Thema „Sklavenhandel und Sklaverei“. Seine letzte Monographie ''Die Moral auf dem Teller'' (1993) ist eine Kultur- und Sozialgeschichte des Essens und der Ernährung. Eine geplante Darstellung über die Geschichte des Regenwaldes konnte er nicht mehr vollenden.
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